Grüne bekräftigen ihre Ablehnung der Rodungsmaßnahmen beim Golfclub

Lingen – Die Grünen in Lingen kritisieren den Beschluss der Mehrheitsfraktion im Stadtrat für die Erweiterung des Parkplatzes am Golfplatz in Altenlingen zahlreiche wertvolle Bäume fällen zu wollen. „Dieser Beschluss muss besorgte Bürger brüskieren, die gegen die Klimakatastrophe etwas unternehmen wollen. Ökologisch wertvolle Bäume sollen fallen, damit die Besucher des Golfclubs einen größeren Parkplatz erhalten", meinte Michael Fuest, grüner Ratsherr in Rat der Stadt Lingen. „Wir stellen mit unserer Position weder jemanden an den Pranger noch wollen wir ihn ins Gefängnis bringen, wie uns böse Zungen vor wenigen Tagen unterstelltet haben. Wir kämpfen aber hier mit Ausdauer– und das schon seit Beginn der Beratungen am 13. November 2008 – für den Erhalt dieser Bäume und der Natur und gegen diesen ökologischen Unsinn.“ In diesem Zusammenhang verwies Ratsherr Fuest darauf, dass bereits während der ersten Sitzung 2008 von der Unteren Naturschutzbehörde über Hirschkäfervorkommen in diesem Waldgebiet gesprochen wurde. „Wir hoffen nicht, dass die Hirschkäfer inzwischen verscheucht worden sind!“

Als eine Trickserei empfinden die Grünen zudem, was jetzt übers Wochenende bekannt wurde: „Genau an dem Tag, als wir im Stadtrat über die planerischen Voraussetzungen für die Abholzung debattierten, wurde die Sitzungsvorlage für den Sportausschuss geschrieben, in der steht, dass der Golfclub für die Umbauarbeiten mit der Driving-Rance und für die neuen Parkplätze jetzt auch noch über 173.000 Euro an öffentlichen Zuschüssen beantragt, und davon 70.000 Euro von der Stadt. Frei nach dem Motto: Haben wir erst den Beschlusserwirkt, bekommen wir als Belohnung noch die städtischen Zuschüsse dazu“, kritisierte die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Birgit Kemmer. „Äußerst interessant finden wir auch, dass Frau Dr. Süßmann, die vor einem Monat noch als ‚Grüne‘ für den Erhalt von Bäumen und für den Schutz von Tiere eingetreten ist, sich jetzt als ‚Liberale‘ der Stimme enthält.“

Grüne im Wendland

Auch emsländische Grüne und ihre Freunde haben am Wochenende an den Aktionen gegen den Castortransport aus La Hague nach Gorleben teilgenommen. Darunter auch Darunter auch die grünen Kreistagsabgeordneten Birgit Kemmer (Lingen) und  Carsten Keetz (Meppen), letzterer ein gebürtiger Dannenberger. Die grünen Politiker zeigten sich beeindruckt von der Vielzahl der Aktionen gegen den Castor: „ Auch die Merkelsche Atomwende konnte Menschen aus ganz Europa nicht davon abhalten, ihren Widerstand deutlich zu machen“, so Birgit Kemmer.

An der Kundgebung in Dannenberg nahmen rund 20.000 Menschen teil, die aus dem
ganzen Bundesgebiet anreisten. Beeindruckend waren die Redebeiträge von zwei Frauen aus Fukushima, die unter Tränen von ihrem Schicksal berichteten.

Mit Schienen- und Straßenblockaden und kreativen Einzelaktionen wurde die Fahrtzeit des Castors extrem in die Länge gezogen. Aus der Rekordzeit von 92 Stunden in 2010 sind in diesem Jahr 126 Stunden geworden. Auch wenn dies der bis auf weiteres letzte Castortransport aus dem französischen La Hague ins Wendland war: „Solange Gorleben als Endlager nicht endgültig ausgeschlossen wird und durch den Schwarzbau weiter Fakten geschaffen werden, werden wir weiter für eine verantwortungsvolle Endlagersuche demonstrieren“, so der Meppener. „ Es kann nicht sein, dass für die ergebnisoffene Standortsuche im kommenden Jahr nur 3,5 Millionen Euro zur Verfügung stehen und für die Weitererkundung Gorlebens 73 Millionen Euro eingesetzt werden. Das verdeutlicht ganz klar eine politische Motivation der schwarz-gelben Koalition und hat mit Ergebnisoffenheit nichts zu tun.“

Genervt kommentieren die emsländischen Kreistagsabgeordneten die Vorstellung, der Protest gegen den Transport sei nach dem Ausstiegsbeschluss der Merkelregierung verzichtbar. Birgit Kemmer: „Es ist Atomkraftgegnern - auch in der grünen Partei - nicht vermittelbar, dass im Salzstock in Gorleben weitererkundet wird, über dessen Beschaffenheit so viele geologische Mängel bekannt sind.“  Zudem  seien  die gemessenen Grenzwertüberschreitungen am Zwischenlager ein Hinweis auf die Nichtbeherrschbarkeit der Technik und somit eine Bestätigung der Sorgen der Bevölkerung. Die ungelöste Endlagerfrage und der Ausstieg aus der Atomkraft der jetzigen Bundesregierung dürfen nicht auf dem Rücken der Niedersachsen ausgetragen werden.

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