Seit Jahren schwelt in Papenburg/Aschendorf der Wunsch nach einer Integrierten Gesamtschule. Eine neue Politik durch die rot-grüne Landesregierung einerseits und die ungewisse Zukunft der Oberschulen/Realschulen andererseits haben eine Mehrheit im Papenburger Stadtrat möglich gemacht. Die Ems-Zeitung berichtete ausführlich über unseren Antrag auf Elternbefragung.

Bericht der Ems-Zeitung zu unserem Antrag

Schulausschuss hält an Überlegungen für eine Integrierte Gesamtschule fest

Papenburger SPD fordert eine IGS für Aschendorf

Schulfrage zerreißt Papenburger Stadtrat   Mehr »

Anfrage zur Schließung der "Mini"-Grundschulen

 Im Landkreis müssen offenbar in Zukunft mehrere kleine Grundschulen geschlossen werden. Das geht nach dpa-Informationen aus einer Anfrage der SPD an die Landesregierung hervor. (Bericht der Tagespost) Demnach sind vor allem die Kreise Hameln-Pyrmont, Lüchow-Dannenberg und Emsland betroffen. Insgesamt gibt es 67 so genannte Mini-Grundschulen. Das Land will die betroffenen Kommunen im Umgang mit diesem Problem beraten.

Anfrage der Kreistagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen:

1. Welche Schulen sind betroffen? 

2. Seit wann weiß die Kreisverwaltung von diesen Plänen?

3. Wie will sie mit dieser Vorgabe aus Hannover umgehen?

Wir bitten darum, dass diese Anfrage uns zeitnah beantwortet wird.

Rahmenabkommen Lernplattform

Antrag
Die Verwaltung wird beauftragt, ein Rahmenabkommen mit einer Lernplattform (wie z.B. Iserv) zu prüfen und gegebenenfalls vorzubereiten. Dieses Rahmenabkommen soll den Gemeinden Entscheidungshilfe und einen erleichterten und vergünstigten Zugang geben, eine Übernahme der Kosten in den jeweiligen Schulen durch den Landkreis erfolgt nicht.
Begründung
Nach der begrüßenswerten Förderung der Whiteboards und der steigenden Teilnahme am Projekt "Mobiles Lernen" wird sich die Zahl der PCs in den Schulen weiter erhöhen. Gefordert sind hier vor allem die Lehrkräfte an unseren Schulen. Daher hat der Landkreis die reine Investition mit einer verbindlichen Fortbildungsregelung in den Schulen verbunden.
Ein wesentlicher Bestandteil der unterrichtlichen Arbeit ist das Vorhandensein einer pädagogischen Plattform wie z.B. Iserv. Diese stellt das Grundgerüst dar, auf dem die Schülerinnen und Schüler arbeiten: Dateiaustausch, Verbindung zwischen Hausaufgabe und Schulunterricht, Kommunikation zwischen den verschiedenen Gruppen an der Schule und nicht zuletzt ein Schutz vor Internetmissbrauch.
Eine flächendeckende gemeinsame Plattform hätte verschiedene Vorteile:
Schul- und Schulformwechsel: Erleichterung, da bekannte Unterrichtsprinzipien fortbestehen,
Evtl. Senkung der Kosten durch ein umfassendes Abkommen
Fortbildung: Die Fortbildung der Lehrkräfte würde wesentlich effektiver als beim Fortbestehen mehrerer unterschiedlicher Plattformen
Entscheidungshilfe: Gemeinden sind vor Fehlinvestitionen geschützt, weil man ein als zuverlässig erkanntes System eingeführt hat.
Eine weitere Begründung und Erläuterung kann in der Sitzung des Schulausschusses erfolgen.

08.03.2012

Grüne halten gymnasiale Zweige an den Oberschulen für ein leeres Versprechen

Emsland - Die Grünen im Emsland fühlen sich in ihrer Kritik an der Oberschule bestätigt. "Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen und die Eltern wissen bis heute nicht, ob die gymnasialen Zweige an den Standorten im Sommer kommen oder nicht", heißt es in einer Erklärung der Grünen.

 

Als die Landesregierung per Meinungsumfrage feststellte, dass ihre Schulpolitik nicht beliebt war, verfiel sie auf die Idee der Oberschule. Das dreigliedrige System ist nicht zu retten, die Integrierte Gesamtschule will man nicht haben.

Was sich aus dieser Idee zu entwickeln scheint, wird immer mehr zu einer Pleite. Einerseits ist das Gesetz derartig schwammig, dass man mit ihm jede beliebige Schulform einführen kann, andererseits verspricht vor allem das Lockangebot an die Trägergemeinden einen gymnasialen Zweig einzurichten, ein leeres Versprechen zu sein.
Die Entscheidung über die gymnasialen Zweige ist verzögert und verschleppt worden. Dies hatte in der letzten Sitzung des Schulausschusses das grüne Ausschussmitglied Norbert Knape bereits kritisiert. Landrat Winter hatte als Begründung genannt, dass der Kultusminister selbst diese Entscheidung fällt. Mittlerweile haben viele Eltern ihre Kinder jedoch bereits bei den herkömmlichen Gymnasien angemeldet, da sie nicht wissen können, ob in ihrem Ort der gymnasiale Zweig überhaupt eingerichtet wird, so Knape.

Landrat Winter hatte berichtet, dass derzeit noch die Anmeldungen an den zukünftigen Oberschulen bzw. an den Gymnasien geprüft würden. Vor allem sei die Entscheidung schwierig, da es zu Doppelanmeldungen gekommen sei. Diese Antwort war nicht richtig. Es waren bis dahin noch gar keine Anmeldungen an den zukünftigen Oberschulen vorgenommen worden. Wohl aber habe man aus dem Kreishaus in Meppen am Tag nach der Sitzung angerufen um sich nach den Zahlen zu erkundigen.

Letztendlich wird man die Zahlen nicht mehr brauchen. Die verunsicherten Eltern müssen auf „Nr. Sicher“ gehen und die Schülerzahlen der Kreisgymnasien bleiben unangetastet. Ob das von Anfang an der Plan war, bleibt Spekulation. Klar ist aber, dass das Versprechen der gymnasialen Zweige für einige Meppener Umland-Gemeinden ein Trugschluss ist. Und die Begründung ist auch schon parat: Es gab ja zu wenig Anmeldungen.

13.12.2011

Leserbrief zu Artikel und Kommentar betr. 'Meppener Oberschulen

 

Bericht der 'Meppener Tagespost' vom 13.12.2011:

Meppener Grüne warnen vor zu schneller Einführung der Oberschule

Meppen. Die Umwandlung Meppener Schulen in Oberschulen kritisiert der schulpolitische Sprecher der Kreistagsfraktion der Grünen, Norbert Knape.

So schlecht das Gesetz sei, die Beschlüsse des Kreises, der Städte und Gemeinden im Emsland, die Oberschule nun einzuführen, bezeugten lediglich den Willen, nicht vom bundespolitischen Trend – hin zum Zweisäulenmodell – abgehängt zu werden. Ein Beharren auf der Dreigliedrigkeit wäre an der Lebenswirklichkeit vorbeigegangen. Das Oberschulgesetz ermögliche eine Vielzahl von Schulformen zwischen „Fast-Gesamtschule“ und Beibehaltung des alten Systems, erklärt Knape.

Wann soll differenziert werden, wie weitgehend soll die Differenzierung sein, gibt es zusätzliche Stunden für Förderung oder müssen Förderstunden an anderer Stelle abgezwackt werde? Kann ein gymnasialer Zweig Latein als zweite Fremdsprache anbieten, wie stark soll die Möglichkeit des Kurswechsels eingebaut werden, ohne dass die Schulen zu einem völlig unübersichtlichen System ausufern? Mit all diesen Fragen (und vielen mehr) stünden die Schulen allein, kritisiert Knape. Manche Fragen könnten nicht ohne Vorgaben vom Land beantwortet werden, aber die Entscheidung solle jetzt fallen. Und dies alles geschehe angesichts zunehmender Konkurrenz der Schulen untereinander. Eine „falsche“ Entscheidung könne sich schnell gegen die Schule selbst wenden. Niemand wisse, wie die Konzepte von den Eltern aufgenommen werden.

Aus diesem Grund mache es wenig Sinn, den Schulen den Schwarzen Peter zuzuweisen, denn manche Fragen könne man derzeit nicht befriedigend lösen, meint Knape. Wenn die Schulen nicht die Kommunikation untereinander gesucht hätten, wäre es zu permanenten Baustellen gekommen. Es gäbe dann so viele Schulsysteme, wie es Schulen gibt. Dies zu verhindern sei allerdings Aufgabe der Schulen – und es wäre sinnvoll, wenn sie das nicht übers Knie brechen.

Zum Vergleich hier der eingereichte Leserbrief (Eine Kritik an der Umwandlung der Meppener Schulen findet sich hier nicht):

Leserbrief zu Artikel und Kommentar betr. 'Meppener Oberschulen' vom 30.Nov. 2011, S.15

Anlässlich mehrerer Informationsveranstaltungen der Meppener Schulen spricht ein Kommentar der Meppener Tagespost davon, die Schulen sollten "schnellstmöglich ihre Hausaufgaben erledigen". Das Gesetz zur Oberschule ist aus der nackten Angst vor Wahlniederlagen der CDU-Regierung beschlossen worden. Man hatte Angst vor einer Welle von Gesamtschulanträgen und wusste doch gleichzeitig, dass ein  Festhalten am Schulmodell des 19. Jahrhunderts nicht möglich war. Nicht ein positives Konzept stand vor Augen, sondern die Ablehnung eines unerwünschten. So schlecht das Gesetz ist, die Beschlüsse des Kreises, der Städte und Gemeinden im Emsland, die Oberschule nun einzuführen, bezeugt erst einmal lediglich den Willen, nicht vom bundespolitischen Trend - hin zum Zweisäulenmodell - abgehängt zu werden.: Ein Beharren auf der Dreigliedigkeit wäre an der Lebenswirklichkeit vorbeigegangen. Allerdings sind mit dem Gesetz keine Probleme behoben.

Im Gegenteil sind die Schulen nun gefordert, die Arbeit der Landesregierung zu vollziehen. Das Oberschulgesetz ermöglicht eine Vielzahl von 'Schulformen' zwischen 'Fast-Gesamtschule' und Beibehaltung des alten Systems. Wann soll differenziert werden, wie weitgehend soll die Differenzierung sein, gibt es zusätzliche Stunden für Förderung oder müssen Förderstunden an anderer Stelle abgezwackt werde?. Kann ein gymnasialer Zweig auch Latein als zweite Fremdsprache anbieten, wie stark soll die Möglichkeit des Kurswechsels eingebaut werden, ohne dass die Schulen zu einem völlig unübersichtlichen System ausufern. Mit all diesen Fragen (und vielen mehr) stehen die Schulen allein. Manche Fragen können auch nicht ohne Vorgaben vom Land beantwortet werden, aber die Entscheidung soll jetzt fallen. Und dies alles geschieht in einer Situation der zunehmenden Konkurrenz der Schulen untereinander. Eine 'falsche'  Entscheidung kann sich schnell gegen die Schule selbst wenden. Niemand weiß, wie die Konzepte im nächsten Jahr von den Eltern aufgenommen werden.

Aus diesem Grund macht es wenig Sinn den Schulen den Schwarzen Peter zuzuweisen, denn manche Fragen kann man derzeit nicht befriedigend lösen, erst recht nicht mit langfristigen Antworten, hat doch die Landesregierung gleich einen Korrekturpassus eingebaut: Die Entscheidungen Pro und Contra Fördern, Differenzieren etc. können nach zwei Jahren über den Haufen geworfen werden und dann kann ein neues System ausprobiert werden.

Wenn die Schulen nicht die Kommunikation untereinander gesucht hätten, wäre es zu permanenten Baustellen gekommen, die untereinander in keiner Weise mehr vergleichbar wären. Es gäbe dann so viele Schulsysteme, wie es Schulen gibt. Dies zu verhindern ist allerdings Aufgabe der Schulen - und es ist sinnvoll, wenn sie das nicht übers Knie brechen.

Norbert Knape
Geeste
Schulpolitischer Sprecher der Kreistagsfraktion der Grünen

 

Der Kommentar:


Bericht der MT vom 30.11.2011

URL:https://kreistagsfraktion-gruene-emsland.de/themen/schule/