Anfrage Stallbauten

PDF

14.12.2011

Bauernhöfe statt Agrarindustrie

Wir haben es satt!

 

Bauernhöfe statt Agrarindustrie

Die Agrarindustrie verursacht Dioxinskandale, Gentechnik im Essen und Tierleid in Megaställen. Sie verschärft Hungerkrisen, den Klimawandel und das Höfesterben. Zurück bleiben ausgeräumte Landstriche und Monokulturen.

Das haben wir satt!

EU und Bundesregierung fördern diese Agrarindustrie jedes Jahr mit Milliarden Euro an Subventionen. Doch die Chance, diese Politik zu ändern, war noch nie so groß. Jetzt werden die entscheidenden Weichen für die Agrarpolitik bis 2020 gestellt. Bisher blockiert die Bundesregierung eine echte Reform.

Wir fordern von Bundeskanzlerin Merkel:

- Subventionen an soziale, ökologische und Tierschutz-Kriterien binden

- Faire Regeln durchsetzen statt Agrarmärkte liberalisieren

- Heimisches Futter statt Gentechnik-Soja fördern

- Spekulationen mit Lebensmitteln beenden

- Exportsubventionen stoppen

- Der Fleischindustrie den Geldhahn abdrehen

Wir schätzen die tägliche Arbeit der Menschen auf den Bauernhöfen. Sie müssen im Zentrum einer Reform stehen!

Daher gehen am 21. Januar 2012 VerbraucherInnen, TierschützerInnen, UmweltschützerInnen, ImkerInnen, Bäuerinnen und Bauern gemeinsam auf die Straße.

Ja zur bäuerlich-nachhaltigen Landwirtschaft.

Ja zum Menschenrecht auf Nahrung.

Respekt vor den Tieren in der Landwirtschaft.

Agrarbündnis legt Bericht vor

Das Agrarbündnis ist ein Zusammenschluss von 24 Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft, Umwelt, Tier- und Naturschutz. Jedes Jahr zur Grünen Woche legen sie ihren "Kritischen Agrarbericht" vor. Hier widerspiegeln sie die agrarpolitische Diskussion des vergangenen Jahres und zeigen gleichzeitig europäische und weltweite Perspektiven auf.

In diesem Jahr betonen sie, dass wir an einer Wendemarkt stehen, denn die perversen Wetten an den Börsen auf den Hunger in der Welt stehen einer weitgehenden Untätigkeit der Politiker gegenüber.

Im europäischen Zusammenhang gibt es einerseits positive Tendenzen wie z.B. im Bericht des EU-Agrarkommissars Dacian Ciolos. Dort wird neben der Verpflichtung der Bauern zu Umweltmaßnahmen auch die Begrenzung der Zahlung an Großbetriebe vorgesehen. Geblieben sind aber die Orientierung auf Export, der die Märkte des Südens weiter zerstören wird, und der Verzicht auf Verbesserungen beim Tierschutz.

Für das Emsland bedeutet dies den weiteren Ausbau von Hähnchenmastställen (emslandweit: 11 Millionen, bundesweit gar 36 Millionen), ausreichend seien aber 3,2 Millionen neue Plätze. Der verstärkte Einsatz von Antibiotika in großem Stil werde dazu führen, dass mehr resistente Infektionserreger und Antibiotika direkt in die Umwelt gelangen.

Bauernpräsident Gerd Sonnleitner weist die Vorwürfe zurück, obwohl nordrheinwestfälische Studien ergeben haben, dass bis zu 96% der Masttiere mit Antibiotika behandelt werden.

Der Berichti st für 22€ zuzüglich Porto beim ABL-Verlag erhältlich.

NTV

Inhaltsverzeichnis des Berichts

Antibiotika

Antibiotika

Noch ein vorderer Platz für das Emsland in einer bundesweiten Statistik. Ganz so dynamisch wie der andere Platz 4 ist der aber nicht. Eher schlimm. Denn “niedersachsenweit werden im Emsland die meisten Antibiotika für Kinder und Jugendliche verschrieben. Das geht aus einer Studie der Universität Bremen für die Bertelsmann-Stiftung hervor. Demnach haben im Jahr 2010 mehr als die Hälfte aller Emsländer bis 17 Jahre Antibiotika bekommen. Bei den Kindern bis sechs Jahre sind es sogar 67 Prozent. Das Emsland rangiert damit bundesweit unter 412 untersuchten Landkreisen auf Platz fünf, bei den Babys und den Kindern bis sechs Jahre sogar auf dem vierten Platz.

Der Landkreis Emsland äußerte sich zurückhaltend zu den Ergebnissen. Man habe die Studie zur Kenntnis genommen. Das Gesundheitsamt des Kreises wolle sich ab heute mit Ärzten und Experten in Verbindung setzen, um über mögliche Reaktionen zu beraten. Auch die Landesärztekammer will sich erst nach intensiver Lektüre der Studie äußern.

Die Studie der Bertelsmann-Stiftung liefert keine inhaltliche Begründung für die großen regionalen Unterschiede. “Die Erklärung scheint zu sein, dass Antibiotika häufiger Kindern verordnet werden, wo weniger Kinderärzte niedergelassen sind”, …

weiter auf der Seite des NDR

(Quelle: NDR, Foto © CitroenAZU flickr CC)

Grüne begrüßen Gülle-Kataster

Grüne begrüßen Landvolk-Unterstützung für Gülle-Kataster

 

Meyer: „Schwarzen Schafen das Handwerk legen“ – Fast doppelt so viele Masthühner in emsländischen Ställen wie bislang bekanntgeben

 

Mit Wohlwollen haben die Grünen die Unterstützung ihrer Forderung nach Einführung eines flächendeckenden Güllekatasters durch die Vereinigung des Emsländischen Landvolks aufgenommen. „Ich freue mich, dass jetzt auch das Landvolk für eine bessere Kontrolle eintritt. Wir müssen den schwarzen Schafen, die mit Gülle und Hühnermist nicht ordnungsgemäß umgehen, endlich das Handwerk legen“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christian Meyer zu einem entsprechenden Vorstoß des Landvolk-Präsidenten Hermann Wester.

 

Neben dem Güllekataster, in dem die Ausbringung von Gülle, Mist und Substrat aus Biogasanlagen für jede einzelne Fläche eingetragen werde, müsse es eine lückenlose Dokumentation der nicht im eigenen Betrieb eingesetzten Düngemengen geben, fordert Meyer. „Es darf nicht mehr ausreichen, einfach nur einen Vertrag mit einer Güllebörse abzuschließen, bei dem dann unklar bleibt, wo der Dünger tatsächlich bleibt, sondern das muss lückenlos dokumentiert und an die Behörden gemeldet werden. Dann kriegen wir auch das Problem der oft illegalen Importe aus den Niederlanden in den Griff“, meint Christian Meyer.

 

Die Kritik Westers, er rede alles schlecht, weist der Grünen-Agrarpolitiker jedoch zurück. „Das kommt gar nicht von mir, sondern geht aus einem Schreiben der Landwirtschaftskammer an das Landwirtschaftsministerium hervor. Danach komme jeder zweite Transport aus den Niederlanden illegal über die Grenze. Die Fachleute, die für die Kontrollen zuständig sind sagen, dass das System völlig undurchschaubar ist und zu wenige Kontrollen stattfinden“, erklärte Christian Meyer. So schreibe etwa die Landwirtschaftskammer in einem von den Grünen veröffentlichten Brief an das Ministerium: „Die Düngeverordnung bietet keine Anhaltspunkte zur Überwachung der überbetrieblichen Verwertung, da die Gewerbebetriebe und Biogasanlagen flächenlos wirtschaften also keine Düngemittel auf Flächen ausbringen. (…) Im Ergebnis ist aus Sicht der Prüfdienste festzuhalten, dass das Kontrollinstrumentarium gegenwärtig keine ausreichende Gewähr bietet die Nährstoffüberschüsse- und verwertung zu erfassen. Die Einhaltung von Grenzwerten etwa bei Stickstoff ist unter der gegenwärtigen Rechtslage kaum zu gewährleisten. Dies ist auch im Zusammenhang mit der wachsenden Zahl nicht der Düngeverordnung unterliegender Tierhaltungs- und Biogasanlagen zu sehen, die durch den bisherigen Kontrollansatz nicht erfasst wurden.“

 

Die Grünen fordern daher eine zügige Umsetzung der Bundesverbringungsverordnung vom 1.9.2010 in Niedersachsen. „Das Landvolk hat recht, dass die Daten bei den Landwirten vorliegen, was fehlt ist die landesweite Erfassung und Überprüfung“, so Meyer.

 

Durch unsachgemäße Gülleausbringung und die Mehrfachbelegung von Flächen, die im Brief der Kammer ebenfalls angesprochen wird, entstehen Gefahren für unser Grundwasser. Schon jetzt sind 59 % der Grundwasserkörper in Niedersachsen über den Nitrat-Empfehlungswerten der EU belastet. Die meisten in den Regionen mit hoher Tierhaltung.

Daher sei es auch keine Bagatelle, wie auch vom Landvolk eingeräumt wurde, dass die reale Tierhaltung, die offiziell Bekanntgegebene deutlich übersteigt.

„So werden etwa im Landkreis Emsland nach den Zahlen der Tierseuchenkasse 26,2 Millionen Masthühner gehalten. In der offiziellen Statistik, die auch wiederholt von Agrarminister Lindemann im Landtag vorgetragen wurde, sind es nur 13,7 Millionen. Diese Täuschung über die industrielle Entwicklung dürfen man nicht ignorieren. Das hat erhebliche Auswirkungen auf den Flächenverbrauch und Einschränkungen von Stallbauten über die vorhandene Viehdichte“, weist Meyer auf die Folgen hin.

 

Auf Kritik der Grünen stößt auch das Vorgehen des Landvolks, das Gülle-Problem erst jetzt anzupacken, nachdem die Fakten öffentlich geworden sind. „Die Praktiker vor Ort müssen das Problem schon viel länger kennen. Warum wird nicht im Sinne der Bäuerinnen und Bauern, die doch auch durch steigende Pachtpreise unter der agrarindustriellen Tierhaltung leiden, viel früher reagiert, bevor der Mist im wahrsten Sinne des Wortes in den Brunnen gefallen ist?“ fragt Christian Meyer.

 

 

Herzliche Grüße

 

Christian Meyer (MdL)

 

Stellvertretender Fraktionsvorsitzender

Sprecher für Naturschutz, Landwirtschaft, Tierschutz, Gentechnik, Verbraucherschutz und Raumordnung

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Fraktion im Nds. Landtag

URL:https://kreistagsfraktion-gruene-emsland.de/themen/landwirtschaft/