Grüne fordern Landwirtschaftswende im Emsland

Die Kreistagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen hat ihre Haushaltsklausur in Holthausen verbunden mit einer Aufarbeitung der Defizite im Landkreis Emsland. Die Grünen gehen davon aus, dass die intensive Massentierhaltung mit all ihren Folgeproblemen das Hauptproblem des Kreises ist. Immer weniger Betriebe halten immer mehr Tiere pro Betrieb. Dem niedersächsischen Fleischexport in 125 Länder stehen ein gewaltiger Gülleüberschuss, eine nicht mehr erträgliche Belastung der Böden und Gewässer, die Verarmung der Landschaft durch Maismonokultur, die bedenkenlose Verfütterung von Reserveantibiotika und vieles mehr entgegen. In unserer Region wird die Nitratbelastung an mehr als der Hälfte aller Messstellen überschritten.

Während nach Auffassung der Grünen im Land deutliche Fortschritte gemacht worden sind, beklagt der Fraktionsvorsitzende Michael Fuest, dass im Emsland anscheinend alles beim Alten bleiben soll. „ Seit Jahren fordern wir mit der Förderung der Biolandwirtschaft ein Gegengewicht zu setzen.“ Der Landkreis hat sich bisher geweigert hier auch nur ein kleinstes Zeichen zu setzen. Dabei ist die Nachfrage groß und neben der Natur würde auch der emsländische Tourismus durch kontrolliert biologischen Anbau einen deutlichen Anreiz erhalten. Regionale Angebote, Biohofläden und ein Streuobstförderprogramm könnten in unsere Radwege aufgenommen werden.“ Die Grünen setzen sich für eine Absatzbündelung regional und ökologisch erzeugter Produkte ein, die flächendeckend in kreiseigenen Einrichtungen, Schulen und Kindergärten angeboten werden sollten.

Birgit Kemmer erläutert die Strategie der Grünen: „Wir wissen, dass hier vieles von der Bundesebene abhängt, aber der Kreis sollte deutliche Zeichen setzen: Das Projekt zur Sicherstellung der Ackerrandstreifen wird an manchen Stellen durch Umpflügen bereits wieder ins Gegenteil verkehrt, Gräben sollten emslandweit und kontrolliert in einem überschaubaren Zeitrahmen renaturiert werden. Landwirte haben durch die hohen Pachtpreise im Emsland große Schwierigkeiten ihre Betriebe auf ökologischen Anbau umzustellen, da muss geholfen werden. Die Gefahr der multiresistenten Keime kann gemindert werden durch Pflichtuntersuchungen in allen emsländischen Krankenhäusern. Aus einem befristeten Versuch muss eine dauerhafte Vorbeugung wie in den Niederlanden werden.“ Nach Auffassung der Grünen könnte der Landkeris auch durch kleinere Maßnahmen wichtige Hilfe für die Natur leisten. Opfer der monotonen Maislandschaft ist nach Auffassung von Carsten Keetz vor allem auch die Biene. „ Wir werden im zuständigen Ausschuss eine Förderung der lokalen Imker zur Krankheitsbekämpfung und für Neuimker beantragen. Die Biene als wichtiges Schlüsseltier darf nicht direktes Opfer der emsländischen Strukturen werden.“

In einer zweiten Fraktionssitzung sollen die weiteren Bereiche des Haushalts und ihre Vorstellungen dazu beschlossen werden.

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