Grüne besuchen Wasserverband Hümmling

Emsland – Wenn es um Kontrollen des Trinkwassers und den Grundwasserschutz geht, haben der Wasserverband Hümmling und die Kreistagsfraktion der Grünen viele Anknüpfungspunkte. „Wichtig ist es, dass das wichtigste Nahrungsmittel der Menschen noch besser geschützt wird und dass wir dabei erkennen, dass das Grundwasser ein langes Gedächtnis hat und Verunreinigungen, die heute in den Boden gelangen, uns morgen große Probleme bereiten können“, so der Vorsitzende der Kreistagsfraktion Michael Fuest nach einem Besuch im Wasserwerk Werlte.

Thomas Rakers, Geschäftsführer des Wasserverbandes, wies in seinem Referat darauf hin, dass es seit  Bestehen des Verbandes habe es keine Beanstandungen des Wassers gegeben habe. „Die Qualität unseres Trinkwassers und der sorgfältige Umgang mit dem Lebensmittel Nummer eins haben für uns oberste Priorität“! Die Nachfrage nach gutem Trinkwasser sei in den letzten Jahren ständig gestiegen.  „Wir versorgen mittlerweile rund 120 000 Menschen mit Wasser“, weiß Rakers zu berichten. Zum anderen bedeute auch die zunehmende Zahl an landwirtschaftlichen Ställen Mehrverbrauch, denn „die Landwirte benötigen heutzutage in der Regel das Wasser für die Tiere in Trinkwasserqualität“.

Damit es im großen Gebiet, in dem das Wasser auf dem Hümmling nicht zu größeren Problemen komme, sei man seit Jahren darum bemüht, durch freiwillige Vereinbarungen mit Landwirten insbesondere den Stickstoff, der in den Boden geht, zu reduzieren. Maßnahmen hierzu können zum Beispiel eine reduzierte Stickstoffdüngung oder eine gewässerschonende Fruchtfolgegestaltung sein, machte der Geschäftsführer deutlich.

Begleitet wurde die Kreistagsfraktion von der wasserpolitischen Sprecherin der Landtagsfraktion Regina Asendorf MdL, die in diesem Zusammenhang darauf verwies, dass im Jahr 2013 rund 44.000 Tonnen Pflanzenschutzmittelwirkstoffe in Deutschland abgesetzt wurden: „In den letzten zehn Jahren eine deutliche Steigerung des Pflanzenschutzmittelabsatzes erkennbar. Dieses betrifft vor allem die Wirkstoffgruppe der Herbizide und der Fungizide. Die bisherigen Regelungen reichen nicht aus, wenn wir die Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie, bis Ende 2015 einen guten chemischen Zustand aller Grundwasserkörper zu erreichen, umsetzen wollen.“

Auf ein weiteres Problem machte Geschäftsführer Rakers die Landespolitikerin aufmerksam: Der WV müsse derzeit jährlich rund 850.000 € an Wasserentnahmegebühren an das Land bezahlen, der Rückfluss ins eigene Gebiet betrage jedoch nur rund 195.000 €, es fehle also viel Geld, das für eine nachhaltige Wasserförderung unbedingt vor Ort benötigt werde.



zurück

URL:http://kreistagsfraktion-gruene-emsland.de/startseite/expand/584721/nc/1/dn/1/