09.07.2012

Freiheit der Kunst

Gerhad Kromschröder und das Emsland

Ein schwieriges Kapitel: In den 60ern hatte er zusammen mit Hermann Vinke versucht, die Verdrängung der KZ-Vergangenheit Esterwegens zu stoppen. Die Folge war, dass die beiden von ihrem Arbeitgeber, der Ems-Zeitung, geschasst wurden.

Vinke machte sich einen Namen unter anderem durch wichtige Jugendbücher über die Geschwister Scholl und Kromschöder verlegte sich aufs Ironisch-Satirische.

2011 erschien sein Bildband "Expeditionen ins Emsland", vielbeachtet und hervorragend rezensiert war er im Emsland oft ausverkauft. Diesem Interesse wollte das Moormuseum in Groß-Hesepe Rechnung tragen und plante eine Ausstellung zu dem Band. Ehrenlandrat Bröring hatte wohl geglaubt mit dem im Jahre 2003 an Kromschröder verliehenen Medienpreis diesen ruhiggestellt zu haben. Auch so scheint es sich zu erklären, dass Bröring beleidigt war und auch sein Nachfolger keine Zeit fand, die Ausstellungseröffnung zu besuchen. Die Bilder seien nicht "zielführend", womit er meint, dass sie nicht weichspülend und schönredend sind, sondern zeigen, dass der Weg des Emslandes widerspruchsvoll ist. Verhindert werden konnte die Ausstellung jedoch nicht, mit einer Kürzung der Ausstellungsdauer musste sich Bröring zufrieden geben.

Wieder einmal fand das Kulturverständnis Marke Emsland-CDU überregionale Beachtung. Nach dem Scheitern des Medienpreises ein erneuter Hinweis auf "mangelndes Selbstbewusstsein" (taz). Aber die Emsland-Oberen wären nicht, wie man sie kennt: Sie wissen einen Ausweg. Die Kromschröderausstellung wird gefolgt von einer Ausstellung des Werbefotografen Stefan Schöning, dessen Bilder bereits zahlreiche Hochglanzpublikationen des Emslandes zieren. Damit werden Bröring und Winter dann zufrieden sein.

Bildersamlung bei Zeit-Online

taz-Artikel

15.05.2012

Vorzeitiger Maßnahmebeginn

Ein besonders krasses Beispiel:

Am 15. Mai 2012 beschließt der Ausschuss für Arbeit, Soziales und Integration einen Zuschuss für eine Immobilie des Sozialdienstes katholischer Frauen in Lingen.

Der Antrag für diesen Zuschuss wurde fast ein Jahr zuvor gestellt: am 13.07. 2012. Die Genehmigung zum vorzeitigen Maßnahmebeginn wurde am 07. 10. 2011 erteilt. Dann dauert es immer noch sieben Monate, bis der Ausschuss den Zuschuss beschließt.

In der gleichen Ausschussitzung (15.05.2012) ging es um weitere Zuschüsse:
Propsteigemeinde Meppen: Beginn der Bauarbeiten bereits im März
Diakonisches Werk Papenburg: Vorzeitiger Maßnahmebeginn 22.11.2011
Lingener Tafel: Vorzeitiger Maßnahmebeginn 21.03.2012

Wie gesagt, ein besonders krasses Beispiel für die Kompetenzverteilung von Kreistag (Entscheidungsbefugnis) und Verwaltung (Ausführührung der Entscheidung)

11.01.2012

Besetzung von Dezernentenstellen etc.

Es gibt gesetzliche Vorschriften, die in sich nicht die Spur eines demokratischen Gedankens enthalten:

So hat z.B. der Landrat das alleinige Vorschlagsrecht bei Neubesetzungen. Durch den Aufstieg des Kreisrats Winter zum Landrat und durch den Weggang von Frau Krabbe gab es einige Neubesetzungen.

Bei der ersten Runde, der Wahl des Ersten Kreisrats, ging's noch ganz feudalistisch zu. Da erfuhr die Fraktion den namen am Tag vor der "Wahl". Nach unserer Beschwerde hat sich die Vorgehensweise insofern geändert, als unsere Vertreter in den Ausschüssen wenigstens die Alternativen auf dem Papier kennenlernen.

Im Kreistag steht dann aber wieder nur der eine Vorschlag des Landrats zur "Wahl".

Unser Vorschlag für ein demokratischeres Verfahren wurde abgelehnt

24.11.2011

Haushaltsberatung hinter verschlossenen Türen

Haushaltsberatungen sind öffentlich.

Eigentlich ein Satz, der nicht missverständlich sein kann. In den allermeisten Kommunen und Gemeinden ist dies auch so. Im Emsland wird dies geschickt umgangen: In drei Sitzungen wird der Haushalt im "erweiterten Kreisausschuss" behandelt. Der "erweiterte Kreisausschuss" ist identisch mit dem Kreistag, der jedoch öffentlich tagen muss. Also klebt man ein anderes Etikett drauf und schon bleiben die Türen verschlossen.

Um Transparenz zu schaffen stellten die Grünen den Antrag auf einen Finanz- und Haushaltsausschuss, der im Unterschied zum Kreisausschuss öffentlich tagen muss.

Mehr dazu

URL:https://kreistagsfraktion-gruene-emsland.de/demokratie-im-emsland/